Grauer Star (Katarakt)

Grauen Star nennt man eine Trübung Ihrer Augenlinse, die normalerweise klar sein sollte. Menschen mit fortgeschrittenen und unbehandeltem „Grauen Star“ sehen die Welt wie durch eine Nebelwand. Wenn das Sehvermögen verschwommen ist, hat man Probleme beim Lesen, Fahren oder Verstehen der Gesichtsausdrücke seiner Mitmenschen. Es wäre nicht falsch zu sagen, dass Katarakt auch ein Wenig hinterhältig ist. Es entwickelt sich nämlich sehr langsam und beeinträchtigt Ihre Sehkraft in den früheren Stadien erst einmal nicht. Die Sehschwäche tritt plötzlich auf.

Eine Katarakt Operation ist sicher und effektiv. Sie müssen nach der Operation nicht im Krankenhaus bleiben. Ihr Augenarzt entfernt Ihre trübe Linse und ersetzt diese wieder durch eine künstliche Linse. Möglicherweise haben Sie schon direkt nach der Operation eine viel bessere Sicht. Katarakt Operationen sind heutzutage ein beliebtes Verfahren.

Wieso Eine Katarakt Operation?

Die Aufgabe der Linse in Ihrem Auge ist es, einfallendes Licht zu brechen und Ihnen das Sehen zu ermöglichen. Wenn Sie Katarakt haben, wird Ihre Linse trübe und Ihre Sehkraft damit beeinträchtigt. Eine Operation ist die einzige Möglichkeit, den Grauen Star vollständig loszuwerden.

Wenn Ihre Sehkraft nicht wesentlich beeinträchtigt ist, können Sie mit Hilfe einer Brille auch ohne einen operativen Eingriff mit dieser Augenerkrankung weiterleben. Wenn Sie jedoch Schwierigkeiten haben, Ihre täglichen Aktivitäten auszuführen, und Ihre Sicht bereits erheblich verschwommen ist, sollten Sie eine Operation bevorzugen.

Symptome Des Grauen Stars

  • Unschärfe der Sehkraft
  • Extreme Schwierigkeiten beim Sehen in der Nacht
  • Hohe Lichtempfindlichkeit
  • Mehr Notwendigkeit von Licht beim Lesen
  • Häufiges Wechseln von Linsen oder Brillengläsern
  • Verblassen bzw. Vergilben von Farben

Wenn der Graue Star die Behandlung einer anderen Augenerkrankung beeinträchtigt, wird Ihr Augenarzt eine Katarakt Operation dringend empfehlen. Beispielsweise kann Ihr Arzt aufgrund eines Grauen Stars höchstwahrscheinlich den Augenhintergrund nicht untersuchen bzw. behandeln. Zudem wird es unmöglich sein, Erkrankungen wie altersbedingte Makuladegeneration oder diabetische Retinopathie zu behandeln.

In den meisten Fällen ist eine Verzögerung einer Katarakt Operation für das Auge selbst nicht schädlich. Sie haben also Zeit, sich über diese Behandlungsmethode ausführlich zu informieren und in Ruhe nachzudenken. Wenn sich Ihre Sehkraft nicht verschlechtert, können Sie Ihr Leben lang sogar ganz auf eine Katarakt Operation verzichten.

Welche Risiken Gibt Es?

Komplikationen sind bei Kataraktoperationen eher sehr selten.

Eine Katarakt Operation kann trotz dessen folgende Risiken beinhalten:

  • Entzündung
  • Infektion
  • Blutung
  • Schwellung
  • Hängendes Augenlid
  • Verrutschen der künstlichen Linse
  • Netzhautablösung
  • Augendruck
  • Wiederholung eines Grauen Stars
  • Verlust des Sehvermögens

Wenn Sie ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko oder aber auch eine andere Augenkrankheit vorweisen, welches mit dem Grauen Star in Verbindung steht, steigt die Gefahr von Komplikationen. Darüber hinaus können in einigen Fällen Augenschäden, die vorher durch eine ganz andere Augenerkrankungen verursacht wurden, dazu führen, dass eine Katarakt Operation Ihr Sehvermögen leider nicht verbessert. Bevor Sie sich also für einen operativen Eingriff entscheiden, kann es daher sinnvoll sein, jegliche Vorerkrankung als aller erstes behandeln zu lassen. Beachten Sie daher unbedingt die Empfehlungen Ihres Augenarztes.

Wie Können Sie Sich Vorbereiten?

Sie sollten ab 12 Stunden vor der Operation nichts mehr essen und trinken. Wenn Sie Medikamente einnehmen, die Blutungen verursachen können, sollten Sie diese Einnahme vorübergehend abbrechen. Nehmen Sie Arzneimittel gegen Prostatabeschwerden ein, informieren Sie vorher unbedingt Ihren Arzt. Einige Medikamente können zudem eine Katarakt Operation erheblich beeinträchtigen. Darüber hinaus kann Ihr Arzt Ihnen je nach Bedarf 1-2 Tage vor der Operation antibiotische Augentropfen verschreiben.

Sie dürfen noch am Tag der Operation wieder zu sich nach Hause. Jedoch sollten Sie nicht alleine fahren. Bitte arrangieren Sie jemanden, der Sie nach dem Eingriff begleitet. Womöglich benötigen Sie für die nächsten Tage auch Unterstützung in Ihrem Alltag, da Ihr Arzt Sie darauf hinweisen wird, verschiedene Aktivitäten sowie schweres Heben komplett zu vermeiden.

Vor Dem Eingriff

Eine Woche vor der Operation führt Ihr Arzt eine Ultraschalluntersuchung durch, um die Form und Größe Ihres Auges zu messen. So kann Ihr Arzt sich für das geeignete Linsenimplantat (Intraokularlinse IOL) entscheiden.

Das Linsenimplantat fokussiert das einfallende Licht auf den Augenhintergrund und verbessert damit Ihre Sicht. Sie können diese künstlichen Linsen nicht sehen oder fühlen und sie erfordern auch keine Wartung. Nach der Operation werden diese einfach ein Teil Ihres Auges.

Es gibt verschiedene Arten von Linsenimplantaten. In Absprache mit Ihrem Arzt können Sie entscheiden, welcher Typ für Sie am besten geeignet ist. Die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Typen können Ihrer Entscheidung eine Hilfe sein. Künstliche Linsen werden aus Silikon-, Kunststoff- oder Acrylmaterialien hergestellt. Einige Linsenimplantate blockieren wirksam ultraviolettes Licht. Es gibt auch Typen aus Hartplastik. Diese müssen vernäht werden. Da die meisten Linsenimplantate aber flexibel sind, braucht Ihr Arzt nur kleinere Einschnitte vornehmen und kann den Eingriff ganz ohne anschließendes Nähen abschließen. Das Linsenimplantat wird zunächst gefaltet und hinterher genau dort platziert, wo sich früher Ihre natürliche Linse befand. Es folgt ein eigenständiges Entfalten des Linsenimplantats.

Linsentypen

Monofokale Standartlinsen: Unabhängig vom gewählten Sehbereich erfordern Tätigkeiten wie Lesen und Bildschirmarbeit auch nach der Operation eine Lesebrille. Sie ist von hoher Qualität und besitzt zusätzlich einen UV-Filter zum Schutz Ihrer Augen.

Monofokale Blaufilterlinse: Diese optimiert im Zusammenspiel mit der Brechkraft der Hornhaut die optische Darstellung. Sie bündelt die Lichtstrahlen auf einen bestimmten Punkt und sorgt damit für natürlicheres Farbempfinden, bessere Schärfentiefe und einen besseren Kontrast.

Torische, multifokale Linse: Bei einer stärkeren Hornhautverkrümmung kann der Einsatz dieser Linse sinnvoll sein. Sie besitzt in der Regel UV- und Blaufilter und ist asphärisch gefertigt.

Multifokale Linsen: Sie ist eine Mehrstärkenlinse, die gutes Sehen im Fern- und Nahbereich ermöglicht und einen UV- und Blaufilter zum Schutz der Augen besitzt.

Während Des Eingriffs

Zunächst verwendet Ihr Arzt Tropfen, um Ihre Pupillen zu erweitern und verabreicht ein Lokalanästhetikum. Wenn Sie sehr aufgeregt sind, können Sie Ihren Arzt darum bitten, Ihnen zusätzlich ein Beruhigungsmittel zu geben. Sie werden während der Operation wach sein, aber Sie können die einzelnen Prozesse, die Ihr Arzt an Ihren Augen durchführt, nicht spüren.

Ihr Arzt kann den Grauen Star mit den folgenden Methoden entfernen:

Brechen der Linse mit einer Ultraschallsonde

Der medizinische Name für diese Methode ist Phakoemulsifikation. Ihr Chirurg macht einen winzigen Einschnitt in der Vorderseite der Hornhaut Ihres Auges. Anschließend wird an der Stelle, wo sich der Graue Star befindet, eine nadeldicke Sonde angelegt. Jetzt kann Ihr Chirurg die erkrankte Stelle mit Hilfe von Ultraschallwellen aufbrechen und den Grauen Star entfernen. Möglicherweise sind minimale Nähte erforderlich, um den kleinen Einschnitt zu Beginn erneut zu schließen.

Entfernen der Linse in einem Stück durch einen Einschnitt in das Auge

Es ist eine weniger bevorzugte Methode. Der medizinische Name hierfür lautet extrakapsuläre Kataraktextraktion. Ihr Chirurg macht einen größeren Schnitt und entfernt danach den Grauen Star. Es gibt bestimmte Augenerkrankungen, bei denen diese Methode sogar nicht zu umgehen ist. Da der Einschnitt von Anfang an größer ist, ist das Nähen unerlässlich.

Ihr Chirurg entfernt den Grauen Star mit einer dieser beiden Methoden und platziert die künstliche Linse wieder an die gleiche Stelle der Originallinse. Der gesamte Vorgang dauert höchstens bis zu einer Stunde.

Nach Dem Eingriff

Innerhalb kürzester Zeit nach der Katarakt Operation verbessert sich Ihre Sehkraft erheblich. Es ist auch normal, dass während Ihr Auge abheilt und sich mit der neuen Linse versucht anzufreunden, Ihre Sicht zunächst noch etwas verschwommen ist. Dank Ihrer neuen Linse sehen Sie Farben wesentlich heller. Sie können jetzt auch die Farben wahrnehmen, die Sie aufgrund der gelbbräunlichen Farbe des Grauen Stars vorher nicht sehen konnten.

Nach zwei Tagen haben Sie den ersten Kontrollbesuch. Die darauffolgenden Besuche werden dann nur noch wöchentlich, später sogar nur noch monatlich organisiert.

In den ersten zwei Tagen nach dem Eingriff ist es möglich, dass Sie Juckreiz oder gar leichte Beschwerden verspüren. Bitte nicht kratzen oder auf Ihr Auge drücken. Ihr Arzt möchte möglicherweise, dass Sie am Tag und in der Nacht nach der Operation eine Augenklappe oder eine Schutzbrille tragen.

Auch können Medikamente verschrieben werden, um Infektionen vorzubeugen, Entzündungen zu reduzieren und den Augendruck zu kontrollieren. In einigen Fällen wird Ihr Chirurg dieselben Medikamente auch schon während des Eingriffs mit anwenden.

Der gesamte Heilungsprozess ist normalerweise innerhalb von 8 Wochen abgeschlossen. Wenn Probleme auftreten, wie z. B. Sehverlust, übermäßige Rötung der Augen, Schmerzen, Schwellungen der Augenlider, Lichtausbrüche oder mehrere Flecken, dann wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt.

Endergebnis

Eine Katarakt Operation verbessert in den meisten Fällen die Sehkraft erheblich. Das Risiko von Komplikationen während der Operation ist gering, die Wirkung auf das erhoffte Ziel dafür umso größer. Wenn Sie an beiden Augen Grauen Star haben, wird Ihr Arzt das zweite Auge behandeln, sobald das erste Auge verheilt ist.