Gynäkomastie (Männerbrust)

Gynäkomastie tritt aufgrund von überschüssigem Brustgewebe bei Jungen und erwachsenen Männern auf. Dieser Überschuss geschieht aufgrund von Ungleichgewicht zwischen den Hormonen Östrogen und Testosteron. Eine oder beide Brüste können sich unterschiedlich vergrößern.

Gynäkomastie kann sowohl bei Neugeborenen, Jugendlichen und Männern mittleren Alters auftreten. Durchschnittlich leidet einer von drei Männern an Gynäkomastie. Es tritt auf, wenn der Östrogenspiegel im männlichen Körper den Testosteronspiegel übersteigt. Darüber hinaus gibt es auch noch andere Ursachen für Gynäkomastie. Eine Heilung ist in jedem Fall möglich. Entweder mit Hilfe von Medikamenten oder einer Operation.

Warum Gynäkomastie?

Die Gynäkomastie-Operation besteht darin, das überschüssige Fettgewebe im relevanten Bereich zu entfernen und hinterher die ästhetische Seite dieses Eingriffs mit zu berücksichtigen. Wenn Gynäkomastie ein geringes Selbstwertgefühl verursacht und sich negativ auf Ihre Lebensqualität auswirkt, kann eine Operation eine bevorzugte und wirklich hilfreiche Option sein.

Gynäkomastie kann auch aufgrund von einer Chemotherapie oder ganz bestimmten Krankheiten auftreten. Dialyse verursacht ebenfalls Veränderungen des Hormonspiegels. Daher leidet die Hälfte der Patienten unter Nierenversagen und eben auch Gynäkomastie. Ähnlich ist es zudem bei Leberversagen und Zirrhose.

Wenn wir älter werden, ändert sich unser Hormonspiegel. Gynäkomastie kann somit auch mit zunehmendem Alter auftreten, insbesondere bei übergewichtigen Patienten.

Gynäkomastie tritt nicht auf, weil sich das Gewicht erhöht bzw. das Fett vermehrt, sondern entsteht aufgrund einer Ansammlung von zusätzlichem Gewebe. Das ist auch der Grund, weshalb die Gynäkomastie bei einer Gewichtsabnahme durch Sport und gesunde Ernährung nicht wieder von alleine verschwindet.

Problembeschreibung

Gynäkomastie kann in einer oder in beiden Brüsten gleichzeitig auftreten. Sie können leichte Schwellungen bemerken und Empfindlichkeit verspüren. Asymmetrie wäre ebenfalls zu beobachten. Der Areola-Bereich um die Brustwarze kann sich vergrößern. Wenn Sie Probleme wie sehr starke Schwellungen, Schmerzen oder gar Ausfluss haben, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen, da neben der Gynäkomastie auch andere Ursachen möglich sind.

Eine Schwellung in Ihrer Brust muss nicht immer unbedingt auf eine Gynäkomastie zurückzuführen sein. Infektionen am Brustgewebe können ebenfalls Schwellungen verursachen. Oft schaut einfach nur überschüssiges Fett in der Brust aus wie Gynäkomastie. Eher selten haben Männer Brustkrebs. Doch natürlich können Schwellungen auch aufgrund eines Knotens in der Brust auftreten.

Vor Der Operation

Ihr Arzt wird Ihre Krankengeschichte genau untersuchen. Hierzu zählen auch regelmäßig einzunehmende Medikamente und allgemeine gesundheitliche Probleme in der Familie. Es folgt eine körperliche Untersuchung an Brust, Bauch und Genitalien. Wenn Ihr Arzt ein hormonelles Ungleichgewicht beobachtet, empfiehlt er gerade jugendlichen Patienten, noch einmal bis zu einem Jahr abzuwarten. Sollte ein Knoten in der Brust extrem groß sein, kann eine Biopsie durchgeführt werden, um Brustkrebs auszuschließen. Darüber hinaus werden noch verschiedene andere Tests durchgeführt, um auch Metastasen, Hämatome und Mastitis als Krankheit komplett ausschließen zu können.

Um eine Gynäkomastie sicher zu diagnostizieren, führt Ihr Arzt Blutuntersuchungen und Mammogramme durch. Entsprechend dem Ergebnis dieser Tests müssen möglicherweise auch die unten aufgeführten Tests mit durchgeführt werden:

  • CT-Scan
  • MRT-Scan
  • Hoden-Ultraschall
  • Gewebebiopsie

Gründe Für Eine Gynäkomastie

Gynäkomastie erfordert oft keinen chirurgischen Eingriff. Eine Operation kann als letzter Ausweg in Erwägung gezogen werden. Möglicherweise haben Sie eine Gynäkomastie aufgrund einer Krankheit wie Unterernährung, Hypogonadismus oder Zirrhose. Ihr Arzt wird zunächst versuchen, diese auch anders zu behandeln. Medikamente können eine Gynäkomastie ebenfalls auslösen. In diesem Fall wird Ihr Arzt Ihnen empfehlen, das Medikament wieder abzubrechen oder ein Äquivalent zu verwenden. Wenn Sie das Medikament nur für einen kurzen Zeitraum einnehmen müssen, verschwindet die Gynäkomastie mit der Zeit auch wieder von allein. Sollte die Gynäkomastie jedoch nicht innerhalb von 2 Jahren verschwunden sein, muss möglicherweise doch operativ behandelt werden. Gleiches gilt für jugendliche Patienten mit Hormonstörungen.

Während Der Operation

Ihre Brust besteht aus Drüsen- und Fettgewebe. Die Proportionen sind sehr unterschiedlich. Gynäkomastie bedeutet, dass Sie von beiden Gewebsarten zu viel in Ihrer Brust haben. Ihr Arzt kann überschüssiges Fettgewebe mit einer Fettabsaugung entfernen. Dies geschieht, indem er eine dünne Kanüle durch einen 3-4 mm kleinen Schnitt einführt. Eine Fettabsaugung ist aber wie gesagt nur nützlich zum Entfernen von Fettgewebe. Darüber hinaus kann auch eine Entfernung von Drüsengewebe nötig sein. Dies fällt unter den Begriff Mastektomie. Bei diesem Verfahren wird überschüssiges Drüsengewebe mit einem Skalpell abgetrennt. Kleinere Narben um die Brustwarze herum können bestehen bleiben. Die Größe der Narben variiert mit der Menge des entfernten Gewebes. In einigen Fällen kann der Arzt die Mastektomie mit einer Fettabsaugung kombinieren.

Behandlung Mit Medikamenten

Medikamente gegen die Gynäkomastie sind ebenfalls eine Option. Tamoxifen, welches die Freisetzung von Östrogen im Körper hemmt, wäre eine Option. Dieses Medikament wird normalerweise bei einer Therapie von Brustkrebs verwendet. Aber heutzutage ist es auch für Gynäkomastie eine geeignete Behandlungsmethode. Darüber hinaus kann sich Ihr Arzt auch für Aromatasehemmer wie Arimidex zur Behandlung von Gynäkomastie entscheiden. Diese werden für gewöhnlich bei Frauen mit Brust- und Eierstockkrebs angewendet. Bei älteren Männern mit niedrigem Testosteronspiegel kann ein Testosteronpräparat die Lösung sein.

Ergebnis

Eine Gynäkomastie muss nicht immer unbedingt einer Behandlung unterzogen werden. In den meisten Fälle kann man diese Sorge oft auch ohne Medikamente bzw. ohne Operation lösen. Gynäkomastie ist in jedem Fall heilbar. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch bei einem Mann ein Brustkrebs auftreten kann, besteht natürlich. Dies ist aber eher sehr unwahrscheinlich. Aufgrund der äußerlichen Erscheinung, kann es zudem auch psychische Probleme hervorrufen.